Stimmt es, dass der Koran nichts Neues gebracht hat


Zusätzlich wollen wir auf folgendes hinweisen:

1. Der Koran berichtet Tatsachen, die die früheren Schriftbesitzer nicht kannten. Der Koran berichtet z.B. ausführlich über die Geschichte Zakarias, Marias Geburt und seine Betreuung von Maria. Der Koran spricht viel von Maria und widmet ihr eine vollständige Sure [Kapitel] im Koran, was im Neuen Testament nicht vorkommt.

Woher hat also der Prophet Muhammad die Informationen über diese Ereignisse?

2. In der Bibel, im Buch der Auswanderung, wurde erzählt, daß die Tochter des Pharaos diejenige sei, die Moses adoptiert hat. Der Koran hat jedoch bestätigt, daß es die Frau des Pharaos war, die Moses fand und adoptierte. In der Bibel wird auch erwähnt, daß es Aron war, der das goldene Kalb, das die Israeliten angebetet haben, hergestellt hat. Der Koran dagegen hat diese Tat dem Samiri zugeschrieben.

3. Wenn der Koran von den jüdischen und den christlichen Schriften übernommen worden wäre, warum beinhaltet er dann nicht die Lehre der christlichen Trinität, die die Grundlage des Christlichens Glaubens bildet?

Warum übernimmt der Koran nicht den Glauben an die Kreuzigung von Christus, an die Erlösung durch ihn, an den Sündenfall und an die Gottessohnschaft von Jesus? (1)

4. Der Koran stellt die Propheten Gottes als moralische Vorbilder für die Menschheit dar, während das Alte Testament einige Propheten als Sünder beschreibt, was mit der islamischen Vorstellung eines Propheten nicht übereinstimmt. (vgl. die Geschichte des Propheten Lot und seiner beiden Töchter im Alten Testament)

5. Die religiösen Pflichten im Islam, die der Koran verkündet hat, wie das Beten, Fasten, Almosen (Zakat) geben und die Pilgerfahrt, sowie die Art der Ausübung dieser Gebote sind einmalig und kommen in keiner anderen Religion vor. Die fünf Gebete werden zu bestimmten Zeiten am Tag und nach festen Riten vollzogen. Dasselbe gilt für das Fasten während des Monats Ramadan einmal im Jahr, wenn u.a. Essen und Trinken vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang verboten sind. Die Almosen (Zakat) und die Art und Weise, wie sie den Armen gegeben und an wen sie bezahlt werden, unterliegen bestimmten Vorschriften, ebenso die Pilgerfahrt nach Mekka und Medina (Hadsch) und die damit verbundenen Riten: Die rituellen Umschreitungen der Ka’bah, die Versammlung am Arafat-Berg, das siebenmalige Laufen zwischen den beiden kleinen Hügeln Safa und Marwah und die Steinigung des Satans.

Alle diese religiösen Pflichten erscheinen in dieser Weise in keiner anderen Religion. Wenn sie wirklich von einer anderen Religion übernommen worden wären, wo ist dann diese Religion, die so ähnlich ist?

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(1) Zakzouk, M. Hamdi: Der Islam im Spiegel des Westlichen Denkens,
(auf arabisch) Dar Al Fikr Al Araby, 1994, S. 76 ff., 85.


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Geschrieben von : Prof. Dr. Mahmoud Zakzouk

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