Lesenswertes ber Toleranz, Freiheit und Menschenwrde im Islam




...fr alle die denken, dass diese Religion Intoleranz, Zwang und Sklaverei bedeutet!





ISLAM und TOLERANZ


Der Islam ist eine Weltreligion und wendet sich mit seiner Botschaft - zu der die Aufforderung zu einer universalen Toleranz gehört - an die gesamte Menschheit. Diese bedarf heute, wie nie zuvor, weil alle Kulturen näher zusammenrcken, einer Anleitung zur Toleranz.

Ziel des ISLAM ist die Erziehung seiner Anhänger zu Weltbrgern, das heißt zu einem toleranten, aufgeschlossenen Denken und verantwortungsbewussten Handeln.

Nach der Lehre des ISLAMS sind wir fr die Erde, auf der wir leben verantwortlich. Wir haben sie als Schöpfung Gottes mit Respekt und Liebe verantwortungsvoll zu verwalten und zu schtzen und sind zu diesem Zweck als Stellvertreter Gottes auf dieser Erde eingesetzt. Anstatt "auf der Erde Unheil anzurichten und Blut zu vergießen", so sagt der Qur'an, sollte der Mensch sich auf seine eigentliche Aufgabe besinnen, die er dank der ihm verliehenen Vernunft, wenn er sich nur wirklich darum bemht, erfllen kann.

Daher appelliert der Qur'an immer wieder an die Vernunft des Menschen und fordert ihn auf, seine Freiheit zu betätigen, da Gott an einem automatischen Gehorsam, der zu einem schöpferischen Handeln unfähig macht, nichts gelegen ist. Der Mensch sollte seine begrenzte Freiheit nicht verschwenden, sondern sie durch Selbstbildung, d.h. durch selbständig vernnftige Überlegung und Handlung zu einer schöpferischen Freiheit erweitern.

Selbstbildung befähigt ihn zur Toleranz und zu einer richtigen Einschätzung seiner Möglichkeiten.

Das Bewusstsein andererseits der eigenen Fehlbarkeit, zusammen mit dem Bewusstsein zur Verantwortlichkeit, in der ja die menschliche Wrde besteht, ermöglicht ein großzgiges und tolerantes Verhalten den Mitmenschen gegenber, mit denen uns die mitmenschliche Solidarität verbinden sollte.

Toleranz besteht in der freien Anerkennung von Freiheit und Wrde jedes Menschen, sofern er kein Unrecht begeht. Wenn wir im Bewusstsein unserer Fehlbarkeit nicht sicher sein können, absolut im Recht zu sein und die volle Wahrheit zu besitzen, dann haben wir uns prinzipiell jedem Mitmenschen gegenber, egal welcher Rasse, Religion, Kultur, Ideologie er zugehört - tolerant zu verhalten.

Eine solche Einstellung ist unter anderem schon deswegen gefordert, weil alle diese Gruppenzugehörigkeiten doch nicht oder nur sehr selten von einem selbst ausgewählt wurden. Das ist universale Toleranz, welche der ISLAM nicht nur als eine der Bedingungen, des fr die menschliche Gemeinschaft notwendigen Friedens lehrt, sondern auch als eine gerechte Verhaltensweise, welche die durch den Schöpfer gewollte Vielfalt aller Kreatur, wie auch die einmalige Individualität eines jeden Menschen anerkennt und respektiert.

Die Verschiedenheit der menschlichen Gruppierungen darf uns nicht davon abhalten, sie näher kennen zu lernen und ihnen nötige Toleranz zu gewähren - denn sonst können wir ja unsere Aufgabe als stellvertretende Regenten auf dieser Erde nicht erfllen. Ja, darber hinaus gesehen ist es gerade diese Verschiedenheit der anderen Gruppierungen der Menschen, die uns die Erfllung unserer humanen Aufgabe ermöglicht. Denn durch die Anstrengungen, die erforderlich sind, die anderen zu verstehen, wozu aber auch eine echte Verwurzelung in der eigenen Kultur gehört, nicht zuletzt durch die zu bende Toleranz ihnen gegenber, erhalten wir die Chance zur Selbstbildung, ohne die ein selbstverantwortliches Verhalten und Handeln nicht möglich ist.

Der Qur'an sagt hierzu:

"O ihr Menschen, Wir haben euch aus einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen und euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernt. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfrchtigste, der Frömmste, der Gerechteste ist...." [49:13]

Wegen dieser Notwendigkeit, dass die Menschen, ungeachtet ihrer Verschiedenheit und darber hinaus, gerade ihretwegen einander kennenlernen, hat der ISLAM - brigens als erste von allen Religionen - zu einem unparteiischen Religionsdialog aufgerufen und sagt darber:

"Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite (d.h. disputiere) mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß besser, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene besser, die der Rechtleitung folgen" .[16:125]

Das Urteil ber unsere Mitmenschen sollten wir also besser Gott berlassen. Stattdessen sollten wir uns um ein gerechtes und tolerantes Verhalten ihnen gegenber bemhen. Es geht bei der Religion um unsere Taten, die wir zu verantworten haben. Daher heißt es auch in einer anderen Qur'an Stelle:

"... und mir ist befohlen worden, Gerechtigkeit unter euch zu ben. Gott ist unser Herr und euer Herr. Wir haben unsere Werke und ihr habt eure Werke (zu verantworten)! Es gibt keinen Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns zusammenbringen, und zu Ihm fhrt der Lebensweg."[42:15]

Damit kommen wir zu der Frage nach Toleranz im engeren Sinne, d.h. der religiösen Toleranz. Sie gehört zu den religiösen Geboten im ISLAM, denn alle Offenbarungsreligionen gelten nach der islamischen Lehre prinzipiell als gltige Wege zu Gott. Daher mssen die Muslime auch sämtliche Propheten Gottes, die seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte von Zeit zu Zeit aufgetreten sind, wie z.B. auch MOSES und JESUS in gleicher Weise respektieren. Konsequenterweise hat daher der Prophet MOHAMMAD (a.s.s.) von Anfang an die Sache der Religionstoleranz und Glaubensfreiheit, d.h. einen Religions- und Kulturpluralismus vertreten, wie in der Geschichte nachgelesen werden kann. Ihm folgten die Kalifen, vor allem der Kalif Omar, die großzgige Religionstoleranz des Sultans Salahuddin ist ihnen aus der Geschichte wohl bekannt.

In den obigen Erläuterungen habe ich versucht klar zu machen, in wie fern aktive Toleranz als universale, sowie als religiöse Toleranz zu den Zielen der richtig verstandenen islamischen Erziehung gehört.

Es sind hierbei auch die Grenzen der Toleranz klar geworden. Sie liegen ja berall da, wo sie sich in ihr Gegenteil verkehrt, wo sie nicht mehr ein gerechtes Verhalten bedeutet, wo also die allgemeinen Menschenrechte, seien es die eigenen oder die der Mitmenschen verletzt werden. Denn nur durch den persönlichen Einsatz können diese Rechte verteidigt werden, da ihre Verteidigung durch die Gesetze des Staates, die natrlich ebenfalls nötig sind, nicht gengt. Daher heißt es in einem Ausspruch des Propheten MOHAMMAD (a.s.s.): "Wer von euch etwas Übles sieht, soll dies mit seiner Hand ändern, wer das nicht kann, dann mit seiner Zunge, wenn er das nicht kann, dann mit seinem Herzen, dies letzte ist allerdings die schwächste Form des Glaubens."

Es gibt keine Toleranz der Ungerechtigkeit und Unbarmherzigkeit gegenber.

Zum Schluss der Erärterungen möchte ich Ihnen eine typische Begebenheit aus der alten islamischen Geschichte berichten, weil hier ein gutes Beispiel fr die islamische aktive Toleranz gegeben ist. Es handelt sich hierbei um ein alltägliches Ereignis aus dem Leben des zweiten Kalifen Omar.

Er sah eines Tages einen alten Mann auf der Straße betteln und erfuhr, dass er ein Jude sei. Der Kalif bedauerte das Schicksal des alten Mannes und sagte, dass so etwas in seinem Staate nicht passieren drfe. Er ordnete deswegen an, dass diesem alten Juden vom Staat eine Pension gegeben werden msse, welche ihm auf seine alten Tage ein menschenwrdiges Dasein ermöglicht.

Vom gleichen Kalifen Omar ist der bekannte Ausspruch berliefert: "Warum wird der Mensch immer wieder versklavt, obwohl er doch von seiner Mutter frei geboren wurde."

Hier liegt islamisch betrachtet, die immer wieder zu unternehmende menschliche Aufgabe, fr die Freiheit des Menschen zu kämpfen - und zwar mit gemeinschaftlicher mitmenschlicher Solidarität, zu welcher unablösbar die universale und religiöse Toleranz gehört.



ZAZOUK/FUSSL/HANEL
Quelle : Way To Allah